Winterthur – Sparmassnahmen, die strategische Neuausrichtung und China werden Kistler nach Unternehmensangaben bereits in diesem Jahr wieder auf Wachstumskurs bringen. Der Spezialist für Messtechnik und Sensoren rechnet mit einem Plus im mittleren zweistelligen Bereich.
Kistler setzt für die unmittelbare Zukunft darauf, mit seiner Mess- und Sensorentechnik Bereiche ausserhalb des Automobilsektors noch stärker zu durchdringen und dort neue Kundschaft zu gewinnen. Über 70 Prozent ihrer Erlöse hatte die Gruppe einer Medienmitteilung zufolge zuletzt bei den jetzt besonders stark von der Pandemie betroffenen Automobilherstellern und -zulieferern erwirtschaftet. So ist denn auch der Umsatz 2020 um 22 Prozent auf 361 Millionen Franken eingebrochen.
Die Gründe dafür lägen darüber hinaus in der weltweit sinkenden Nachfrage nach Autos mit Verbrennermotoren. In der Folge habe Kistler zum ersten Mal in seiner Geschichte Arbeitsplätze abbauen müssen. Weitere Einsparungen seien durch die „Konsolidierung der Standorte in Deutschland“ erreicht worden.
Die bereits 2019 begonnene strategische Neuausrichtung sei mittlerweile vollzogen. Dank einfacherer Organisationsstrukturen könne der Markt nun auch im Nicht-Automobilbereich agiler bearbeitet werden. „Das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 ist überstanden, die umfangreichen Sparmassnahmen greifen und wir haben wieder mehr Planungssicherheit“, wird CEO Rolf Sonderegger in der Mitteilung zitiert. „Das Jahr 2021 wird für uns ein Jahr der Konsolidierung sein.“ Die Gruppe erwarte ein leichtes Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.
„Insgesamt sind wir trotz des schwierigen Jahres 2020 verhalten optimistisch“, so Sonderegger. Hoffnung biete auch der Blick nach China. 2020 habe gezeigt, dass sich das Land zu einem der grössten Märkte für Kistler entwickle. Zweistelliges Wachstum erwarte das Unternehmen insbesondere aus China. mm
Café Europe am 15.02.21
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